Geschichte in Arbeit
Im Sommer 1683 stand ein osmanisches Heer vor der Stadt. Die Belagerung endete nach zwei Monaten mit der Befreiung Wiens. Viele Denkmäler erinnern an das Ereignis. Bilder und Geschichten darüber sind weitverbreitet und werden bis heute auch politisch vereinnahmt.
Das Wien Museum war an der Überlieferung einer bestimmten Erzählung aktiv beteiligt: Im Mittelpunkt der Präsentationen standen heldenhafte Anführer und das militärische Geschehen. Prominent zu sehen war die sogenannte Türkenbeute: osmanische Gegenstände, die bei der Befreiung angeblich aufgegriffen wurden.
Dieser Raum versteht sich als Geschichtslabor. Denn die Erforschung der Vergangenheit ist niemals abgeschlossen: Sammlungsobjekte müssen immer wieder neu befragt, Ausstellungen überarbeitet werden. Steht die vermeintliche Beute tatsächlich mit der Belagerung in Verbindung? Und was passierte abseits der kriegerischen Auseinandersetzung?