Die Ersten, die es gleich nach der Öffnung in den Prater zog, waren Gasthaus- und Kaffeehausbesitzer:innen. Bald folgten ihnen Zirkusleute, Artist:innen und Schausteller:innen, die sich in der Regel nur zeitweise im Prater aufhielten und mit ihren Künsten und Attraktionen oft durch ganz Europa zogen. Ihre Stellung und ihr Image in der Gesellschaft waren ambivalent. Sie sorgten für Abwechslung und Vergnügen, brachten Neuigkeiten aus aller Welt, waren aber Obrigkeit und Kirche oft verdächtig. Mit dem Aufkommen der modernen Vergnügungsparks im späten 19. Jahrhundert rückten technische Attraktionen in die erste Reihe, das Artistische, Circensische und Künstlerische trat in den Hintergrund.
Die NS-Zeit hinterließ im Prater tiefe Spuren. Jüdische Unternehmer:innen wurden beraubt, vertrieben und ermordet. Zu den Profiteur:innen zählten auch Geschäftsleute aus dem Prater. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs fiel ein Großteil des Wurstelpraters einem Brand zum Opfer.
Heute sind viele Betriebe im Besitz weniger Familien, die oft seit Generationen im Prater ansässig sind. Sie selbst sprechen von „Praterdynastien“ und nennen sich „Praterkinder“.